Vorsicht: Gebühren am Geldautomaten Die EC-Karte ist eine Errungenschaft der Finanzwelt, die wir nicht mehr missen möchten, gibt es doch an jeder Ecke einen Geldautomaten, der die nötigen Scheinchen ausspuckt. Egal, ob beim Shoppen mal schnell ein Hunderter benötigt wird, oder ob im Urlaub die Euro versiegen: Rein mit der Plastikkarte, PIN dazu, Betrag eingeben, und schon ertönt das angenehme Surren, wenn das Gerät die richtigen Scheine zusammensucht und präsentiert. Dazu muss nicht unbedingt die eigene Bank oder Sparkasse aufgesucht werden, denn alle Automaten akzeptieren die EC-Karte willig.
Bei Sparkassen ist das Finden der Hausmarke sowieso ein Problem, weil diese nur regional arbeiten und der Bayer in Friesland umsonst danach suchen würde. Wie schön, dass alles einheitlich funktioniert. Doch Vorsicht, denn so mancher Automat kann zur Abzockfalle werden, wenn er nicht dem richtigen Verbund angehört. So werden an fremden Geldautomaten Gebühren fällig, die 1% der Abhebsumme betragen. Liegt diese unter 4 oder sogar 5 Euro, wird dieser Betrag als Mindestgebühr abgebucht. Je kleiner die abgehobene Summe, desto Schwindel erregender das Verhältnis zwischen Gebühr und Nutzen. Viele, die noch in D-Mark rechnen, wird sich der Magen umdrehen, wenn für 100 abgehobene Mark (ca. 50 Euro) 10 DM als Gebühr anfallen. Hier darf getrost von Abzocke gesprochen werden, die jedoch vermieden werden kann, wenn der richtige Automat gewählt wird.
Der Bank- oder Sparkassenkunde sollte wissen, dass sich die Institute zu Netzwerken vereint haben, damit überall und kostenlos Bargeld abgehoben werden kann. Es gibt aber eben nicht nur EIN Netzwerk, sondern es sind deren mehrere. Am einfachsten haben es die Sparkassenkunden, denn ihre Institute bilden mit 22.000 Geldautomaten den größten Verbund im Land. Es nennt sich Sparkassennetz, und wo das rote Zeichen leuchtet, kann der Sparkassenkunde getrost seine Karte reinstecken, ohne bei der späteren Lektüre seines Kontoauszugs dem Sauerstoffmangel zu erliegen.
Schwieriger gestaltet sich die Auswahl für Bankkunden, denn die Banken sind nicht so vereint wie die Sparkassen und besitzen deutlich kleinere Netze. Haben die Genossenschaftsbanken mit 18.000 Stellen in ihrem Bankcard Servicenetz nur ein paar Maschinen weniger zu bieten als die Sparkassen - hier sind Volks- und Raiffeisenbanken und die PSD Banken Mitglied - sieht die Auswahl bei Cash Group (ca. 7.000 Geldautomaten) und Cash Pool (nur noch etwa 2.300 Geldautomaten) spärlich aus. In der Cash Group sind sich die Deutsche Bank, Hypo Vereinsbank, Dresdner Bank, Commerzbank und Postbank einig, und die Mitglieder des Cash Pool heißen BB Bank, Citibank, GE Money Bank, National-Bank, Santander Consumer Bank, SEB und Sparda-Bank. Die kleinste Partnerschaft haben ING-DiBa, Berliner Bank und Degussa Bank geschlossen. Ihre etwa 1000 Akzeptanzstellen finden sich auch an Aral-Tankstellen oder im Handel.
Dass die Auswahl des richtigen Geldautomaten reichlich Geld sparen kann (2 Tassen Kaffee sind da mindestens drin), haben wir gerade gesehen. Leider haben einige Direktbanken kein so großflächiges Geldautomatennetz zu bieten, und deren Kunden wären die Gelackmeierten, wenn keine Lösung gefunden worden wäre. So ist es hier dem Kunden möglich, an praktisch allen Geldautomaten über die Kreditkarte Geld abzuheben. Diese Möglichkeit, die eigentlich recht teuer ist, wird im Verbund dieser Direktbanken zum kostenlosen Service. Voraussetzung ist nur, dass der Automat die Kreditkarte akzeptiert. Ist das Logo der Karte am Gerät zu erkennen, kann abgehoben werden. Die Abhebungsgebühren der Kartengesellschaft übernimmt dabei die Bank. Dann wird das Geld allerdings nicht - wie beim Kauf mit der Kreditkarte - vorgestreckt, sondern sofort abgebucht, gerade wie bei Nutzung der EC-Karte. Die Kreditfunktion entfällt also. Die Kunden der DKB, von ING-DiBa und der Volkswagen Bank direct dürfen weltweit kostenlos über die VISA-Card abheben (bei der Volkswagen Bank direct erst ab einem Betrag von EUR 50,00). 1822direkt und Citibank arbeiten mit MasterCard zusammen.
Was die Gebühren zur Abhebung von Geld am Automaten betrifft, so hat das OLG Karlsruhe ein Grundsatzurteil verlesen: Institute innerhalb eines Verbunds dürfen ihre Gebühren nicht einseitig erhöhen. Ein Institut, das einem Geldautomaten-Verbund mit festgelegten Gebühren für die Fremdkundennutzung ("Interbanken-Entgelt") angehört, kann ihre Gebühr gegenüber einer anderen angeschlossenen Bank nicht einseitig erhöhen. Da müssten dann schon alle mitmachen (OLG Karlsruhe vom 1.8.2006, 17 U 359/05).
Geld abheben im Ausland Wer gern durch ferne Lande trampt, ist sich des teuren Spaßes, Geld vom Automaten zu bekommen, bewusst. Dennoch gibt es auch hier günstige Möglichkeiten. So können sich die Kunden der Citibank freuen, die weltweit vertreten ist und das Abheben beim eigenen Institut einfach macht. Aber auch andere, z.B. Deutsche Bank und Hypo Vereinsbank, bieten kostenlose Möglichkeiten über die Maestro-Karte an. Darüber hinaus hat die Deutsche Bank im Ausland Partner an Land gezogen, bei denen sich die Kunden billigst bedienen dürfen. Die Kooperationspartner heißen: Bank of America (USA), Barclays (Großbritannien, Kenia, Mauritius, Tansania, Simbabwe), BNP Paribas (Frankreich), Scotiabank (Kanada, Chile, Mexiko) und Westpac (Australien, Neuseeland). Die Hypo Vereinsbank gehört seit 2005 zur UniCredit, dessen Geldautomaten gebührenfrei genutzt werden können. UniCredit ist in Österreich, Italien und Osteuropa zu finden.
Und wer seine Bank oder deren Verbund im Ausland nicht ausfindig machen kann? Diese Kunden sind nun vor willkürlichen Gebühren geschützt, denn die seit Juli 2002 geltende neue Richtlinie der EU-Kommission hat ein Machtwort zur Barabhebung gesprochen. Wer nun im europäischen Ausland Bares abhebt, darf dafür nicht kräftiger entladen werden als bei einer verbundfremden Bank zuhause. Egal ob Deutscher, Spanier oder Däne - am Geldautomaten sollen nun alle gleich sein.
Tipp: Wenn es im Ausland schwierig ist, einen Geldautomaten der Hausbank zu finden und eine Abhebung unvermeidlich ist, sollten möglichst große Beträge gezogen werden (wegen des Verhältnisses Gebühren gegen Nutzung - siehe oben). Eine günstige Alternative zum Bargeld ist die Bezahlfunktion der EC-Karte: die funktioniert innerhalb Europas nämlich völlig kostenlos.
Weiterer Tipp: Wenn Sie einen Kredit suchen, informieren Sie sich bitte bei FinanceScout24.
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